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Erstmal mussten wir uns auf unsere vier Buchstaben setzen, als wir im Slanted TypoBlog von einer Schriftart speziell für Legastheniker gelesen haben. Kann das überhaupt gehen? Natascha Frensch hat sich mit der Schriftart ReadRegular zumindest auf ein wenig erforschtes Gebiet begeben.
Zwar hat es in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte in der Bekämpfung von Legasthenie und Lernproblemen gegeben, gerade was Lernhilfen für Kinder anbelangt. Die niederländische Grafik-Designerin und Typographie-Expertin Natascha Frensch hat sich erstmals mit der Untersuchung von Legasthenie und Design auseinandergesetzt, speziell mit der Gestaltung von geeigneten Schriftarten, die bei der Bekämpfung von Lernschwierigkeiten hilfreich sein könnten. Die junge Niederländerin, die selbst Legasthenikerin ist, hat weite Teile ihres Studiums darauf verwendet, in diesem Gebiet Grundlagenforschung zu betreiben und neue Wege zu beschreiten. Das Ergebnis bilden drei eigene serifenlose Schriftarten: ReadRegular, ReadSmallcaps, ReadSpace. Unter anderem konnte Natascha Frensch den von der Deutschen Bank geförderten "Pyramid Award For Design" im Jahr 2002 gewinnen und wurde überdies mit ihrem Projekt durch die Audi Design Foundation unterstützt.
Normalerweise besteht ein gesamter Zeichensatz einer Schriftart aus wenigen einzelnen Zeichen, von denen die anderen abgeleitet werden. In der Regel werden Buchstaben wie b und d einfach gespiegelt, gleiches gilt für p und q sowie für f und t. Die junge Niederländerin ging hierbei einen ganz anderen Weg: Jedes Zeichen ist individuell gestaltet und somit unverwechselbar. Probleme konnten wir nur bei einem kleinen l und einem großen I feststellen. Scheinbar traten diese jedoch in der dreijährigen Testphase der Schriftarten nicht auf.
Bei der Betrachtung der Schriftart fühlt man sich an die Comic Sans erinnert, die jedoch für Geschäftszwecke mehr als ungeeignet ist, da zu verspielt. ReadRegular versucht den Spagat zwischen verbesserter Lesbarkeit und Alltagstauglichkeit, auch wenn Natascha Frensch selbst der Ansicht ist, dass die Schriftart zunächst ihre Anwendung im Lern- und Lehrbereich finden sollte. Wer sich für die Schriftarten interessiert, kann sich auf der informativen Website der Typographie-Experten weiter informieren oder die junge Niederländerin direkt kontaktieren.
Better late than never? Die Schriftart is schon etwas aelter ... bin zum ersten mal in 2003 auf sie gestossen - http://lists.w3.org/Archive...
Joe Clark hatte damals schon ein paar typisch vitriolische Bemerkungen zu machen - http://lists.w3.org/Archive...
Stimmt, die Schriftart ist schon "etwas" älter und ist seit 2002 (also seit dem ersten Award-Gewinn) einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Joe Clark darf seine eigene Meinung gerne äußern, wir widersprechen ihm nicht, aber wir sagen auch nicht, dass es wirklich funktioniert, was Natascha Frensch sich ausgedacht hat. Ein interessanter Ansatz ist es allemal!
Wollte nur mal darauf hinweisen,
dass es keineswegs üblich ist die Buchstaben b und d (p,q / f,t) einfach nur zu spiegeln. Kann jeder selber nachprüfen.
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