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Schließen sich Web-Applikationen und Barrierefreiheit aus? Speziell dann, wenn die Anwendungen mit AJAX, Flash und anderen multimedialen Formaten erstellt wurden? Bei der diesjährigen BIENE gab es Gold für einen solchen Anwendungsfall und auch beim W3C scheint man nun den Wind der Veränderung zu spüren - das Stichwort ist ARIA.
ARIA ist eine Gruppe beim W3C, die sich mit sogenannten Rich Internet Applications (RIA) und deren Zugänglichkeit auseinandersetzt. Seit September 2006 setzt man sich bei ARIA mit den Fragen rund um AJAX, Browser und Assistive Technologien auseinander und stellt Überlegungen an, wie man komplexe Internet-Anwendungen hinsichtlich ihrer Barrierefreiheit handhaben kann, soll und muss.
Während man Barrierefreiheit bisher zumeist im Zusammenhang mit Internetseiten gesehen hat, entwickeln sich in jüngster Zeit immer mehr Anwendungen, die in ihrer Funktionsweise eher an Desktop-Software heranreichen, wie zum Beispiel Google Spreadsheets & Docs oder Fauxto. Natürlich gibt es auch Anwendungen, die zwischen einer einfachen Website und einer komplexen Software-Applikation wie Google Spreadsheets anzusiedeln sind. Dazu gehören Beispiele wie die Eingabe-Unterstützung in Formularen mit Hilfe von AJAX sowie interessante Effekte für Bildergalerien und vieles mehr. Ob diese Effekte nun mit JavaScript, Flash oder einer anderen Technologie realisiert wurden, spielt nur eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist es, die direkte Zugänglichkeit der Anwendung selbst sicherzustellen.
Genau darin besteht aber eine der großen Herausforderungen moderner Webentwicklung, wobei die Ursachen hierfür weniger auf Seiten der Webentwickler zu suchen sind, als auf Seiten der Entwickler für Assistive Technologien. Letztere unterstützen moderne Rich Internet Applications zumeist nur unzureichend, was häufig dazu führt, dass Text-Alternativen eingefordert werden, um dieses Manko auszugleichen. Während sowohl Aufwand als auch Kosten einer Zusatzversion, zum Beispiel für eine Abschrift und eine mit SMIL synchronisierte Version einer Video-Datei inklusive Gebärdensprache, exponentiell ansteigen, gehen die Möglichkeiten zur Abbildung des realen Sachverhaltes einer Multimedia-Anwendung in reiner Textform gegen null. Es sei denn, man scheut nicht noch mehr Kosten und noch mehr Aufwand für eine Alternativversion der Alternativversion.
Hoffnungsträger: ARIA und WhatWG
Nachdem AJAX seit Mitte 2005 die Internetwelt Stück für Stück erobert, finden sich auch unter den Accessibility-Vertretern weltweit immer mehr Webentwickler, die Rich Internet Applications einsetzen möchten, aber vor dem Hintergrund der Zugänglichkeit auch auf bestehende Probleme hinweisen.
Sowohl ARIA als auch WhatWG adressieren genau diese Zielgruppe. Während mit den Spezifikationen zu Web Applications 1.0 von der WhatWG bereits ein erster Vorschlag für die praktische Umsetzung von Web-Applikationen mit Hilfe von HTML existiert (letzter Stand 23.12.2006), sucht man auf Seiten von ARIA noch Unterstützung aus allen Bereichen (Webentwickler, Entwickler assistiver Technologien, usw.), um Richtlinien zur Erstellung zugänglicher Web-Applikationen zu entwickeln und damit die Barrierefreiheit zu verbessern. Noch bis zum 19. Januar 2007 können sich Interessenten beim W3C melden und ihre Ideen für ein zugänglicheres Web 2.0 einbringen.
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